ASAP

Es gibt Phasen – bei manchen ist es sogar der Alltagszustand –, in denen so viele Verpflichtungen auf einen einprasseln, dass es schlichtweg nicht machbar ist, allem gerecht zu werden. Das bringt bestenfalls Hektik und Stress, schlimmstenfalls kommt im Huckepack ein schlechtes Gewissen dazu. Ganz besonders dann, wenn du jemand bist, der gerne alles gut und rechtzeitig macht.

„Der Tag hat nur 24 Stunden“

Alle von uns kennen das in irgendeiner Form. Es ist ganz besonders belastend, wenn es nicht nur selbst gewählte Verpflichtungen sind, sondern wenn wir uns in einem Ausnahmezustand befinden, etwa weil jemand in unserem Umfeld krank oder in anderen Nöten ist (oder wir direkt betroffen sind, und wenn es „nur“ ist, dass wir über einen längeren Zeitraum über unsere Kräfte gegangen sind, was früher oder später seinen Tribut fordert.)

Diese Redewendung, dass der Tag nur 24 Stunden hat, drückt ein zentrales Problem aus: Wer versucht, immer noch mehr zu schaffen, womöglich unter emotional schweren Bedingungen, der tut das meist auf eigene Kosten. Die eigenen Bedürfnisse aufgeben, um doch noch etwas mehr zu schaffen. Um stark für andere zu sein. Und manchmal, weil es durchaus seine Vorteile hat, etwa trotz aller Schwere einen Kick gibt, zu wissen, was man alles trotzdem leistet. Oder das Tun-und-Machen eine willkommene Ablenkung ist.

Diese ganze Thematik ist komplex. Da könnte man ein eigenes Blog drüber schreiben. Ich möchte den Fokus auf diesen Aspekt legen:

As soon as possible

Das „ASAP“ wird in der Regel so gelesen, dass man sich beeilt. Doch mit dem Schwerpunkt auf das possible ist es fürs eigene Management ein hilfreicher Richtspruch: Denn wenn von außen viel auf einen zukommt und es einfach gerade nicht alles geht – und sei es nur, dass der Kopf oder die Lust nicht da ist – dann ist ein

„Ich mache es – sobald es mir möglich ist“

etwas, das das schlechte Gewissen lindern kann. Indem du anderen signalisierst, dass es eben nicht immer alles sofort kommt. Und dir vor allem selbst erlaubst, bestimmten Dingen aktuell bewusst eine niedrigere Priorität zu geben.