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„Es hilft ja nix!“

Es gibt ja Leute, die sich, wenn es unangenehm wird, eher ducken und verdrängen – und andere, die den Stier bei den Hörnern packen.

Am Anfang meiner Berufstätigkeit war ich einige Jahre im Vertrieb. Dadurch habe ich glücklicherweise schon früh in meinem Leben gemerkt: Immer, wenn man etwas Unangenehmes aufschiebt, wird alles nur noch schlimmer.

  • Wenn man einen aufgebrachten Kunden zurückrufen müsste, aber …
  • Wenn man einen Fehler gemacht hat, aber …
  • Wenn man eine Aufgabe nicht oder nicht rechtzeitig erledigt hat, aber …

Dieses Aber ist immer eine Form von Drückenwollen. Und das ist manchmal mehr als verständlich. Doch in diesen Fällen verschärft das Verdrängen immer erheblich die Situation.

  • Die Chancen, die Sache geradezubiegen/nachzuholen oder wenigstens Schadenbegrenzung zu machen, verringern sich.
  • Die Konsequenzen werden mit der Zeit noch schlimmer, weil sie einen Rattenschwanz nach sich ziehen.
  • Das Hinauszögern ist einem selbst mehr als bewusst: Es geht einem in der Zeit, wo man verdrängt, ja nicht superdupergut!
  • Das Schlimmste ist, dass man vor sich – und in den Augen des anderen – nicht mal Verantwortung übernimmt, was zu recht verübelt wird. Wenn es blöd läuft, stört das die Beziehung und Glaubwürdigkeit nachhaltig.

Das „Es hilft ja nix!“ bringt mich ins Tun.

Wenn ich mich dann soweit habe, dass ich handeln werde, gibt es die kleinen Aufschiebereien: Ja, es hilft nix, ich rufe da jetzt an. Aber erst … 😉 Auch hier hat es sich bewährt, mir gleich in den Arsch zu treten. Denn die Entscheidung „Ich mach das mir voll Unangenehme“ ist ja getroffen und alles, was jetzt aufgeschoben wird, bedeutet, dass die Zeit dazwischen wiederum mit Gehadere und schlechten Gefühlen gefüllt werden kann. Je unangenehmer die Sache ist, desto höher bauen sich neue Hürden auf. Darum lieber Augen zu und durch. Brings hinter dich!

Danach lässt sich ausatmen. Denn egal, wie es ausgeht: Ich habs getan.