Ein Esel, ein Biber und ein magisches Huhn

Ich liebe Kinderbücher. Obwohl ich keine Kinder habe, kaufe ich mir immer wieder mal eins. Ein besonders bezauberndes habe ich vor 25 Jahren in einem Bostoner Museum kennengelernt: The Wizard, the Fairy and The Magic Chicken. A Story about teamwork. 

Das Buch ist von Helen Lester, sehr süß illustriert von Lynn Munsinger. In diesem Video wird es vorgelesen („I can kiss a pig and turn it into a bicycle!“ bringt mich immer wieder zum Lachen):

Lese-Alter: von 3 – 8 Jahren

Wenn ich mir anschaue, wie viele Erwachsene ein Problem damit haben, über sich nachzudenken, ihre Gefühle zu sortieren, zu äußern – für sich alleine und in Beziehung zu anderen, freue ich mich, wenn Kinder mit guten Büchern schon von klein auf lernen, welche Gefühle es gibt, was sie mit einem machen, dass sie normal sind und wie man damit umgehen kann. Selbstwirksamkeit lernen!

Helen Leser hat zahlreiche Kinderbücher rund um Gefühle veröffentlicht. Leider finde ich nur englische Versionen. Wenn ich nicht Tomaten auf den Augen hatte, sollte ein Verlag mal dringend die Lizenzen für den deutschen Markt kaufen.

Kasimir lässt Frippe machen

Wahnsinnig süß erdacht und gezeichnet sind die Kasimir-Bilderbücher von Lars Klinting, die ich mir immer wieder mal anschaue, obwohl ich schon über 50 bin.

In „Kasimir lässt Frippe machen“ übernimmt der kleine Biber Frippe die Werkstatt von Kasimir für ein paar Tage. Er stellt ein Schild vor die Tür „Wir reparieren alles!“ und immer wenn ein Kunde kommt, etwa mit einem kaputten Fahrrad oder einem zu großen Hemd, das geändert werden soll, verspricht Frippe vollmundig, dass er das natürlich kann. „Kein Problem! Sie können es morgen um dieselbe Zeit wieder abholen!“. Dann macht er sich voller Elan dran – doch anstatt das Versprochene zu reparieren, kommt was völlig anderes dabei raus. Bis die Kunden wegbleiben …

Es ist ein sehr schönes Bilderbuch rund um Zuversicht, ums Ausprobieren und darum, das Beste draus zu machen. Laut Verlag für Kinder von 4 – 6 Jahren.

Donky und die Mist-Geschicke

Auch bei Donky geht es um Einfallsreichtum, das Sich-Ausprobieren – sogar, wenn andere darüber lachen oder etwas schiefläuft. Sehr wichtig ist die Botschaft, sich nicht abbringen und entmutigen zu lassen. Was mir bei Stefanie Kirschbaums Buch ganz besonders gut gefällt, ist der Mitmach-Charakter:

Nach jeder Geschichte stellt Donky neugierige Fragen: Wo ist bei dir mal etwas anders gelaufen, als du es erwartet hast? Was waren deine Mist-Geschicke? Worüber kannst du heute lachen? Ein Mitmachbuch für Kinder, die bei Missgeschicken und Fehlern entspannt bleiben und daraus schlau und stark werden wollen.

Wenn die Kinder groß genug sind, können sie ins Buch reinschreiben. Oder mit Geschwistern und Freunden darüber reden. Ansonsten ist es wunderbar, das Vorlesen dafür zu nutzen, sich auszutauschen – insbesondere, weil dann auch die Erwachsenen von sich erzählen oder zugeben, dass ihnen genauso hin und wieder Fehler und Missgeschicke passieren, was das mit ihnen macht  und wie sie damit umgehen. Die Fragen sind immer direkt an die vorherige Geschichte gekoppelt und bei einigen musste ich laut auflachen, zum Beispiel:

Die Kinder (und Eltern) werden angeregt, zu reflektieren: Wie war das bei mir? Wie hat sich das angefühlt? Was ist da passiert? … Damit kann man nicht früh genug anfangen!

Doch damit ist die Interaktivität noch nicht vorbei: Kinder können Donky schreiben oder sogar anrufen! Hier ein Screenshot von ihrer Website.

zu Stefanie Kirschbaums Tesoro-Verlag

Wunderbar illustriert ist Donky von Hendrik Kranenberg.

Von Stefanie Kirschbaum sind weitere Kinderbücher erschienen, unter anderem Wie Betty das Wutgewitter bändigt“ – ein Buch für hochsensible Kinder.