Hauruck-Aktionen

Es gibt diese Dinge, die man beharrlich vor sich herschiebt. Oft sind die gar nicht mal so kompliziert, es ist eher eine Zeit- und Lust-Frage:

  • Man braucht einen Kopf dafür, oft fehlt der Überblick, was alles damit verbunden ist.
  • Es ist nicht einfach so in den Alltag zu integrieren, weil es eben nicht mit einem Handgriff getan ist.
  • Bei manchen Sachen mangelt es an Lust.

Das mit der Lust ist interessant!

Einerseits gibt es doofe Arbeiten, die nicht sonderlich attraktiv sind. Das ist ganz individuell: Der eine drückt sich monatelang vor seiner Steuererklärung, der andere wollte schon längst den Keller entrümpeln und neu sortieren. Oder die oft verhasste Ablage steht an.

Jetzt gibt es aber Dinge, die man unter „keine Lust“ verbucht, weil man zu wenig weiß. Tatsächlich besteht eine Hemmschwelle: Weil es komplettes Neuland ist oder weil es an Zuversicht fehlt: Wer weiß, ob ich das kann?

Ich plane mit Kunden ja Projekte durch, und wenn ich die erste E-Mail bekomme, wo sie mir mal frisch von der Leber weg schreiben, was ansteht, schwingen meist deutlicher Widerwille und Selbstzweifel mit. Da kommt eine gewaltige Hemmschwelle gern im Gewand von „keine Lust“ daher. Schaue ich mir dann an, worum es geht, wird schnell klar: Das ist gar keine so große Sache! Lästig – kann sein. Viele verschiedene Einzelschritte, die insgesamt wie ein Berg erscheinen – ja. Und klar ist es verständlich, wenn man sich an was nicht rantraut oder bereits vom Gedanken erschöpft ist, sich auf einem Gebiet zu bewegen, das man nicht mag. Doch sobald wir in die damit verbundenen Teilaufgaben zoomen, wird es total machbar.

In einem Rutsch

Ja, es gibt Vorhaben – besonders die mittel- bis längerfristigen – bei denen sind kleine, kontinuierliche Schritte die beste Wahl.

Bei etwas aufwändigeren Sachen, die sich in wenigen Stunden komplett erledigen lassen, ist eine Hauruck-Aktion die bessere Wahl. Lieber einmal durchziehen und dann aus dem Genick!

Das kann bedeuten, dass du dir mit einem „Brings hinter dich!“ einen Ruck gibst und einen kurzen Zeitrahmen definierst. Betonung ist auf kurz! Ich habe bei größeren Projekten, bei denen Selbstständige allzu oft Wochen und Monate herumgedoktert haben, gerne Workshops von wenigen Tagen angeboten. Das war dann immer eine kleine Ochsentour, durchaus anstrengend, aber dafür war es dann gemacht!

3 Probleme bei Kaugummiprojekten:

  1. Es raubt den Schwung fürs Weitermachen
  2. Ständiges Stop & Go ist ineffizient
  3. Es bremst dich aus

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So bekommst du es nicht nur endlich erledigt, es fällt sogar leichter: Denn du bist mit dem Kopf drin. Und je begrenzter die Zeit ist, desto effizienter wirst du. Ich sage mir in diesen Fällen dann gerade bei unangenehmen Aufgaben: Um xx Uhr (oder, wenn es mehrere Tage sind, am Freitag) ist es fix und fertig!

Es stimmt schon, dass die Arbeit sich so lange ausdehnt, wie man ihr Zeit gibt.

Kaugummi-Projekte, die ständig anklagend von der To-Do-Liste starren, rauben dir nicht bloß Energie. Manchmal sind es auch Aufgaben, die direkt zu deinem Business beitragen. Wenn du unbedingt ein zweites Standbein mit Selbstlernkursen aufbauen möchtest, dich aber ums Erstellen deiner Kurse drückst, dann bremst du dich damit aus.

Der Müllwagen-Effekt

Hau rein!

Na, was steht bei dir momentan an – beruflich oder privat – das du in so einer Hauruck-Aktion erledigen könntest?

  • Denk an Einmal-Aktionen, die du dir die nächsten Tage fest vornimmst: Kommenden Samstag miste ich das Arbeitszimmer aus. Nächsten Montagvormittag mache ich meine Steuer.
  • Oder an fix terminierte Häppchen, z. B. eine Woche lang 20 Minuten lang xy tun (z. B. die Ablage machen).
  • Oder jeden Tag eine bestimmte Anzahl (wenn du etwas verschlagworten musst, alte Blogartikel durchgehen willst, o. Ä.).

Wichtig ist, dass es einen zeitnahen Beginn hat – und wenn es nicht in einer „Sitzung“ geht, ein klares Ende. Also bei einem Zeitraum oder einer Anzahl das Ziel realistisch, aber fordernd setzen, damit du es flott über die Bühne bekommst und es sich nicht wieder bis zum St.-Nimmerleins-Tag zieht.

Der beste Zeitpunkt ist jetzt. 🙂

Brings hinter dich! Gerade bei den Dingen, die uns im Magen liegen oder auf die wir so gar keine Lust haben, fühlt es sich hinterher doppelt gut an. Ich habs aus dem Genick. Es war gar nicht so schlimm, wie ich dachte. Ich habs mal eben durchgezogen. Yeah!