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„Ich kann mich nicht um alles gleichzeitig kümmern!“

Bestimmt kennt Ihr das Märchen mit dem Brei: Dieser Zaubertopf, der Brei kocht, bis alles unter sich begraben ist.

So ist es manchmal im Alltag, finde ich: Das, worum man sich kümmern soll, ist ein ständiger Strom. Abgesehen von den To-Dos, die eh klar sind, kommt ständig irgendwas nach. Es geht was kaputt, man muss sich mit irgendwas von außen befassen oder herumschlagen, es gibt Termine zu machen, und und und.

Immer is was!

Und das ist noch ohne die ganzen Dinge, die man selbst gerade gerne tun möchte: ein Buch fertig lesen oder Serie verfolgen, Sport machen, sich mit Freunden treffen, irgendwas lernen, …

Früher war mehr Multitasking

Mir geht es so, dass ich früher praktisch ständig – und liebend gerne – alles durcheinander gemacht habe. Das lag zum einen daran, dass es in meiner damaligen Arbeit einfach so war: Als Abteilungsleiterin eines internationalen Unternehmens war halt nonstop lauter Zeug zu sichten, managen, entscheiden, anzustoßen. Jeder wollte immer was.

Als ich noch jung war 🙂 hab ich das nicht nur gerne gemocht, sondern bin dabei richtiggehend aufgelebt. Ich habe vieles mit links geschafft und jede Herausforderung, das auch noch zu schaffen, sofort angenommen.

Das hat sich geändert.

Ich könnte, aber ich mag nicht mehr.

Seit einigen Jahren ist das nicht mehr so. Ich weiß nicht, wie viel davon am Alter liegt. Vielleicht möchte man im fortschreitenden Leben nicht mehr so viel Hektik? Vielleicht muss man sich oder anderen nichts mehr beweisen? Vielleicht reicht es, das früher mal gewuppt zu haben? Vielleicht kann man es nicht mehr so? – Letzteres finde ich eine interessante Überlegung, denn subjektiv ist es so, dass ich durchaus kann. Also wenn ich gezwungen bin, jetzt gleichzeitig alles Mögliche fristgerecht zu machen, dann krieg ich das schon hin. Da spielt dann wieder der motivierende Effekt mit rein:

  • Ich weiß, ich kann den Überblick behalten.
  • Ich kann priorisieren.
  • Ich kann die Dinge flott erledigen.

… aber halt nur, wenn es sein muss.

Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass das geht.

Jedoch: Ich habe keine Lust mehr darauf! Wer weiß, ob dieses Keine-Lust-haben einfach nur eine Präferenz ist? Oder der Wunsch nach mehr Gemächlichkeit? Oder ob das Alter doch irgendwie mit reinspielt, dass eine Antipathie gegen das Multitasking und das Ständig-irgendwas-tun ist?

Unterm Strich spielt das natürlich gar keine so große Rolle. Letztlich geht es darum, zu merken, was einem gut tut und wie man es lieber haben will. Ich ziehe es mittlerweile vor, die Dinge in Ruhe nacheinander zu machen. Wenns ausnahmsweise nicht anders geht, gut. Doch wenn ich es steuern kann, dann nehme ich mir lieber weniger gleichzeitig vor – oder verschiebe schon mal was auf „übernächstes Mal“.