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Nähe und Distanz

Es gibt ja Leute, die ständig Menschen oder gar Trubel um sich brauchen. Und es gibt die anderen, die generell lieber mit sich sind oder vor sich hin werkeln. Wenn ich mir mein Berufsleben so anschaue, gab es bei mir immer Phasen.

Als Angestellte hatte ich darauf nicht zu 100 % Einfluss, doch natürlich gibt es in jedem Aufgabenbereich die Möglichkeit, aktiv zu steuern, wie sich der Kontakt zu anderen und Freiräume verlagern. Das bedeutet natürlich, in eigener Sache aktiv zu werden. Dazu gibt es viel zu sagen, Stoff für spätere Blogbeiträge.

In der Selbstständigkeit habe ich seit jeher darauf geachtet, was ich in dieser Beziehung will – oder gerade nicht mehr möchte:

  • Zu Beginn habe ich sehr viel persönlich gemacht: Präsenzkurse, Vor-Ort-Termine, 1:1-Coachinggespräche.
  • Dann hatte ich eine Phase, wo ich keine Lust mehr auf persönliche Treffen hatte: Ich habe alles auf Telefon und Internet verlagert, immer noch sehr lebendig, oft Gruppenkurse online oder ausgiebige telefonische Coaching-Einheiten. Einige Jahre habe ich 2 x im Jahr noch einen Präsenz-Wochenworkshop gemacht. Das war, so dosiert, immer ganz schön dann.
  • Seit einigen Jahren mache ich nur noch E-Mail, doch auch innerhalb dieses Kanals gab es ein Dosieren: Einige Jahre habe ich Leistungen angeboten, bei denen ich vor mich hinarbeiten konnte und dann tadaaa das Ergebnis präsentiert habe. Danach war mehr Interaktivität dran mit ständigen E-Mail-Ping-Pongs, also einem stetigen „Schlagabtausch“ mit Kunden.
  • Künftig verändert sich das vermutlich wieder …

Mir ist gerade erst so stark bewusst geworden, wie wichtig es ist, bei sich immer wieder abzuchecken, wie viele Distanz und Nähe ich gerade haben will. Ich mache das meist, ohne es bewusst zu merken. Spätestens, wenn ich unzufrieden und unleidig werde.

Doch ich glaube, dass dieses „Wie viel Nähe oder Distanz will ich gerade?“ im Berufsleben nicht genug beachtet wird. Vielleicht, weil wir gar nicht drandenken oder nicht auf dem Schirm haben, dass wir an dieser Schraube durchaus drehen dürfen – und können.

Die zentrale Frage nach dem „Wie hätte ich es aktuell gerne?“ ist dann: Wie könnte das gehen?