Neuland-Thema: Zur Quelle

Der erste Schritt, einen Anfang – und roten Faden – bei einem komplett neuen Thema zu finden, ist das Konkretisieren: Was will ich genau wissen/könnnen/tun? Wenn du das machst, hast du wesentliche, für dich relevante Teilaspekte des Neuland-Themas identifiziert. Das ist der sinnvolle erste Schritt, denn jedes Thema ist komplex. Als Laie fängt man, wenn es blöd läuft, am falschen Ende an oder stellt nicht die richtigen Fragen.

Letzteres bleibt weiterhin die Problematik: Wir haben einen vorhandenen Wissens-, Erfahrungs- und Vorstellungshorizont. Bewege ich mich innerhalb dieses Verständnisses, komme ich wunderbar klar. Doch sobald es darüber hinausgeht, begrenze ich mich (mitunter vollkommen unbemerkt).

Darum ist meine generelle Empfehlung die, zur Quelle zu gehen.

Die Quelle der verlässlichsten Information

Ganz pragmatisch, oft mit einem Schuss Bequemlichkeit, tasten wir uns an neue Themen gerne auf zwei Wegen heran:

  • Wir fragen wen, den wir kennen (persönliches Umfeld oder das Internet).
  • Wir docken mit der Recherche an unserem Wissens-, Erfahrungs- und Vorstellungshorizont an.

= „Do it yourself“ oder „Das nehmen, was sich für andere bewährt hat“.

Das fühlt sich einfacher an, hat aber seine Tücken: Oft genug führt es nicht, zu langsam oder an ein suboptimales Ziel. Jetzt gibt es natürlich Themen, bei denen das nicht so schwer ins Gewicht zu fallen scheint. Habe ich beispielsweise ein privates Ziel und bekomme nicht den vielversprechendsten Tipp, dann fällt es mir entweder nicht auf oder ich habe zumindest keine großartigen Konsequenzen.

Das kann natürlich dennoch unerwünschte Folgen haben, etwa, dass man etwas vorschnell aufgibt oder nicht weiterverfolgt, weil die Informationen oder Tipps, die man dafür bekommen hat, für einen selbst nicht so passend scheinen, sich zu kompliziert anhören oder nicht schnell genug zum gewünschten Fortschritt geführt haben.

Ist etwas dringender oder steht mehr auf dem Spiel – etwa die Geldanlage im ersten Artikel –, kann eine weniger gute Lösung zum Problem werden.

Darum ist es besser, zur verlässlichsten Quelle zu gehen, was mitunter ein gewisses Zeit- oder/und Geld-Investment bedeutet.

„Die Quelle“ ist eine Person oder Platz mit einschlägigem Fachwissen, das sie anwenden und begründen kann.

z. B.

Eine selbstständige Personal Trainerin, die bisher ihre Buchhaltung selbst erledigt hat, konnte ihr Business in jüngster Zeit deutlich steigern. Jetzt lässt sie sich zwei Stunden von einer Steuerberaterin über die aktuell für sie zutreffenden Besonderheiten aufklären, darunter einige ihr bisher unbekannte Details, was sie in welchem Rahmen alles geltend machen kann.

„Verlässliche Quelle“ bedeutet oft, sich an eine Fachkraft zu wenden. Letztlich hängt es jedoch von deiner Fragestellung ab, wen du sinnvollerweise anfragst. Es gibt natürlich – je nachdem, was genau du brauchst – weitere Arten von Quellen, z. B.

Erfahrungsquellen: Du wünschst dir Berichte, Einschätzungen, Zuspruch von jemandem, der sich das Neuland, das du dir jetzt erobern willst, bereits in Eigenregie erobert hat.

Darum ist erforderlich, dass du zum Auftakt genau für dich auslotest, was du brauchst: Wo anfangen? Das Plankton konkretisieren.

Sammelquellen: Wenn du zum Auftakt oder zwischendurch, wenn du erste Antworten auf deine Fragen gesammelt hast, ein Zwischenfazit ziehen willst, um dich zu sortieren, kann es sinnvoll sein „Sammelquellen“ hinzuziehen, die etwas verifizieren oder weiteres Know-how und Erfahrungswerte reingeben. Insbesondere bei komplexeren Themen kann das sehr gut dabei helfen, zu gewichten, was für dich passend ist, und in welche Richtung es weitergeht.

Die Glaubwürdigkeit der Quelle

Unabhängig davon, welche Art von Quelle du suchst, ist natürlich wichtig, die Zusammenhänge zu beurteilen. Bei einem Buch oder im Internet kann das etwas Simples wie die Aktualität sein und die Erfahrungen, die der Verfasser hat oder ob es eine „geheime Absicht“ gibt. So gibt es beispielsweise aus allerlei Fachgebieten – Medizin, Finanzen, Ernährung, … – „Info-Websites“, die neutral und hilfreich daherkommen, jedoch alles andere als unabhängig sind. Entweder weil der Betreiber eine eigene Agenda verfolgt oder einen Fachbereich schief darstellt, um Angst und Unsicherheit zu schüren [„Am besten beauftragst du uns!“].

Dann ist natürlich die Frage, wer profitiert. Wenn ich mir überlege, ob und wie ich am besten für mein Alter vorsorge – aber mich an jemanden wende, der eigene Absichten verfolgt, kann ich dieser Quelle nicht uneingeschränkt vertrauen. Damit meine ich gar nicht mal nur, dass wer eigene Vorteile über das Anliegen eines Interessenten stellt. Bereits, wenn die Quelle sich zwar in dem Bereich sehr gut auskennt, aber eben nur eine sehr enge Sicht zur Antwort vertritt, wird es knifflig: Das ist dann hilfreich, wenn dieses engere Fachwissen zu meiner Fragestellung genau passt. Es ist aber hinderlich, wenn ich in meinen Auftaktfragen viele Optionen habe, unter denen ich mich noch nicht entscheiden kann. Frage ich dann eine Quelle, die fachlich sehr eingeschränkt auf eine Möglichkeit blickt, bekommt man einen gefärbten Rat.

Das ist natürlich nichts Neues und prinzipiell ist es jedem klar. Doch im Kontext des Neulands – „Ich hab da ein sehr komplexes Thema vor mir, wo ich Entscheidungen treffen soll, aber total schwimme“ – neigt man schnell dazu, eine Antwort als alleinige Option zu übernehmen, erst recht, wenn die Quelle es gut rüberbringen und begründen kann.

Als Laie können wir nicht 100 % beurteilen, wie ein fachlicher Rat aussieht. Das ist ja auch im Alltag so: Wir können in der Regel nicht beurteilen, ob unser Zahnarzt das Optimale tut, oder das, was der Automechaniker rät, fachlich nötig und gut ausgeführt ist. Wir entscheiden, ganz menschlich, wie die Person auftritt. Ob sie glaubwürdig ist. Ob wir ihr vertrauen können. Wenn wir jemanden schon kennen und mögen, oder wenn jemand, den wir schätzen, eine Empfehlung ausspricht, dann neigen wir leider schnell dazu, einen Vertrauensvorschuss zu geben.

Darum versteh es bitte einfach als Erinnerung, dass du dir ein paar Gedanken machst, an welche Quelle du dich wendest und wie die Zusammenhänge dort aussehen. So kannst du die Informationen nutzen, die du von dort bekommst, aber eben klarer einordnen. Gegebenenfalls noch mal gezielt bei einer anderen Quelle abklopfen. Das ist ja das Gute: Je mehr konkrete Fragestellungen und Antworten du bekommst, desto differenzierter kannst du vorgehen. Ein komplexes Thema hat selten eine flotte, kurze Antwort.

Von einem Stein zum nächsten

Es gibt im Leben immer komplexe Neuland-Themen, die wir uns – zumindest ein Stück weit – erobern müssen:

  • Ist es für mich sinnvoll, eine Immobilie als Geldanlage kaufen?
  • Soll ich mich an meinem Ort als … selbstständig machen?
  • Was würde mit der gemeinsamen Firma passieren, wenn ich mich scheiden lasse?
  • ….

Wir müssen keine Experten in diesen Themen werden, und doch sind wir gefragt, genau zu konkretisieren, was wir tun können/tun wollen/tun müssen. Sind andere beteiligt, gilt es, genauer hinzusehen, welche Optionen es gibt und wie gemeinsame und unterschiedliche Blickwinkel aussehen.

Das Zur-Quelle-Gehen ist meiner Ansicht nach immer die sinnvollste Idee. Doch bei einem komplexeren Anliegen gibt es fast meist mehrere Etappen: Du holst dir möglichst gezielte Antworten auf deine differenziert festgelegte Ausgangslage. Und mit den neuen Informationen beim Lesen oder Befragen einer fachlich fundierten Quelle, wirst du ein wenig schlauer. Das sind manchmal Informationen, die einen neuen Recherchebegriff auf deinen Radar bringen. Oft ergeben sich daraus wiederum differenzierte Fragen.

Geh von einem Informationsfluss aus, in den du nacheinander einen Zwischenfazit-Stein wirfst, also das bisher Erfahrene bewertest und, genauso konkret wie im ersten Artikel beschrieben, in KNOW-HOW, in ALTERNATIVEN oder in SICH NEU ERGEBENDE FRAGEN verdichtest.

Dann schaust du: Was ist für diese Erkenntnisse die beste Quelle?

Auf diese Weise springst du gezielt von Stein zu Stein, bis du eine informierte Entscheidung treffen kannst.