Podcast-Tipp: anderssein

Vom anderssein-Podcast von Minh-Khai Phan-Thi habe ich kürzlich durch ihr Interview bei Hotel Matze erfahren. Ich liebe lange Gespräche, wo die Leute wirklich miteinander reden und genug Zeit bleibt, in die Tiefe zu gehen:

Anderssein ist eine Währung. Jeder von uns ist anders, im Sinne seiner Einzigartigkeit und Individualität. Die andere Seite vom Anderssein hat jedoch etwas Ausgrenzendes und Bewertendes. Wie stehen wir zu diesem Begriff, was macht er mit uns und wo fängt die Verantwortung ihm gegenüber an?

Die Spanne der eingeladenen Gäste ist wirklich vielfältig – das sieht man schon an den Gesprächen, die mir bisher am besten gefallen haben: Hella von Sinnen, Jasmin Tabatabai und vor allem Leni Bolt. In diesem Gespräch ging es um nonbinäre Identität – ein Thema, das ich extrem schwer greifen kann und mit dem ich mich auch ein wenig schwer tue. Darum habe ich diese Folge gezielt rausgesucht.

Leni Bolt kannte ich bisher gar nicht und kann allen, die sich mit „m/w/d“ und Pronomen noch schwer tun oder es zu abstrakt finden, dieses angenehme Gespräch empfehlen: sehr entspannt, persönlich und – tja, „lehrreich“ klingt etwas zu zeigefingermäßig, aber für mich war es das.

Ganz nebenbei lässt sich in Min-Khai Pan-This Gesprächen wieder mal erleben, dass sich Vorurteile, Vorbehalte und Fragezeichen am besten entspannt auflösen lassen: ohne aufgeregte Debatte, Vorwürfe oder Beleidigtsein. Genau wie im 180-Grad-Podcast ist der Schlüssel das Aufeinanderzugehen.

Und das ist nicht immer so leicht. Darum finde ich derlei Podcasts perfekt, um einen Zugang zu Personen, Themen und mitunter buchstäblich „anderen Welten“ zu bekommen.