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Sich helfen, erfolgreich zu sein

Als wir klein waren, gingen meine Eltern einmal die Woche zum Einkaufen. Es gab stets einen Vorrat an Süßigkeiten für mich und meinen drei Jahre älteren Bruder. Ein Beutel Mini-Mars und sowas – insgesamt ein reichliches Häufchen Schokolade kam ins Barfach unserer Schrankwand [haha, wie damals alle Schrankwände diese Barfächer hatten!]. Da durften wir uns jederzeit bedienen.

Haben meine Eltern beispielsweise am Montagnachmittag eingekauft, hatte ich am Dienstag früh meine Ration verputzt. Mein Bruder hatte immer genug für die ganze Woche, während ich tagelang mit dem Ofenrohr ins Gebirge schaute.

Das hat sich bis heute nicht geändert.

Selbstschutz

Ich glaube, dass ein Großteil von uns irgendwas hat, wo wir einfach nicht anders können, obwohl wir wollen. Beim einen ist es die Zügellosigkeit, etwa beim Essen, Sport oder Serienschauen. Oder Buchfreunde, die bis spät in die Nacht lesen, einfach weil sie nicht mehr aufhören können – obwohl es ihnen bei aller Lesefreude nicht gut tut, weil zu wenig Schlaf bleibt. Bei anderen ist es vielleicht das vorschnelle Rausplatzen irgendwelcher Kommentare.

Manchmal gibt es Dinge, wo wir eine Wahl haben:

  • Versuche ich es mit Willenskraft?
  • Oder kann ich mich irgendwie „vor mir selbst schützen“, dass ich ein Maß finden kann und mich mit dieser Sache gut fühle?

Tricksen, das mir dabei hilft, erfolgreich zu sein

Ich bleibe mal kurz bei der Schokolade, weil das mein persönlicher Schwachpunkt ist. Hier habe ich im Laufe meines Lebens ganz simple Dinge probiert:

  • Als ich jünger war, habe ich meiner Familie und Freunden gesagt, sie sollen mir zu Geburtstagen und anderen Feiertagen bitte keine Schokolade schenken, dafür gerne Kaffee und Nudeln, weil ich die ständig brauche. Das hat viele Jahre wunderbar funktioniert. Und schon hatte ich die Versuchung nicht im Haus.
  • Obwohl ich es immer mal probiere, mir eine Tüte Kekse oder Tafel Schokolade heimzutun und einzuteilen, weiß ich, dass ich generell besser damit fahre, vereinzelt beim Einkaufen mal einen Schokoriegel mitzunehmen. Beim Eis genauso: Wenn ich eine große Packung Eis daheim habe, ess ich die problemlos in einer Sitzung weg. Darum kaufe ich im Sommer gerne die kleinen Becherchen. Wohlgemerkt: Viererpacks kleiner Becherchen funktionieren nicht, weil einzeln aus dem Kühlschrank geht nicht. Wird dann unmittelbar hintereinander verschleckert. 😉
  • Was ich seltener mache, was aber bei mir sehr gut klappt: Schokolade im Briefkasten deponieren. Zurzeit mache ich das wieder, weil ich nicht so oft einkaufen gehen kann. Das funktioniert bei mir, weil meine Faulheit, vom Dachgeschoß extra ganz nach unten zu laufen und wieder rauf, die Lust auf Schokolade trumpft.

Was ist es bei dir?

Manchmal ist es einfacher, etwas zu tun (oder nicht zu tun), wenn man sich solche Tricks einbaut. Das kann total verschiedene Formen annehmen.

z. B.

  • Dich macht ein bestimmtes Thema wahnsinnig und die Ansicht, die ein Freund dazu vertritt. Darum wirst du aufbrausend und hast dann nicht mehr die Kontrolle. Das trübt die Stimmung und auf Dauer die Beziehung. –  Ist eh etabliert, dass Ihr verschiedener Meinung seid und da ganz und gar nicht zusammenfindet, kann eine bessere Taktik sein, mit dem Freund darüber zu reden, das Thema künftig auszuklammern.
  • Eine weitere Taktik kann sein, „den Regler“ etwas zu verschieben. Kommen wir noch mal aufs Essen zurück: Wenn ich gesünder essen will und weiß, ich krieg größere Veränderungen nicht hin oder möchte einfach gar nicht groß was ändern, kann ich das Verhältnis etwas verschieben, also z. B. den Gemüseanteil nach und nach etwas erhöhen. Oder: Ich esse Eis, aber mache Obst- oder Joghurtbecher draus.
  • Auch sowas wie nur 10 Minuten ist eine gute Taktik. Anstatt etwas vor mir herzuschieben oder halbherzig zu machen und dabei ein mieses Gefühl zu haben, ist es doch besser, das Ziel von Anfang an so zu setzen, dass ich erfolgreich sein kann.

Es ist gar nicht nötig, immer die Willenskraft zu strapazieren!