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Tagesform

Ich habe eine Bekannte, die richtig wütend wird, wenn sie an einem Tag nicht so leistungsfähig ist, wie sonst. Das bezieht sich auf alles:

  • Wenn die Dinge nicht so mühelos laufen, wie „normal“.
  • Wenn sie eigentlich mehr schafft (oder sich heute mehr vorgenommen hatte).
  • Wenn sie beim Spazierengehen öfter stehenbleiben muss, als gestern.

Natürlich ist das durchaus menschlich. Die Enttäuschung, wenn das, was sonst viel müheloser klappt, auf einmal zäh ist. Die Tage, wo man abends noch lauter unerledigtes Zeug dastehen hat, das eigentlich gemacht gehört hätte. Oder eine uncharakteristische Müdigkeit, obwohl „man heute gar nicht so viel zu tun hatte“.

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Der Preis des Haderns

Gelegenheiten zum Hadern hat jeder mal. Selbst, wer nicht dazu neigt, kennt Momente, in denen das Hätte an einem nagt.

Problematisch wird es, wenn wir uns unablässig um eine Sache drehen, die wir bereuen oder die wir rückblickend glorifizieren.

Hätte ich dieses oder jenes gemacht, [ginge es mir besser, wäre ich erfolgreicher, glücklicher, wohlhabender, an dem und dem Punkt, hätte ich dies und das erreicht …].

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Muss das „muss“ sein?

Mit Anfang 20 bin ich zum ersten Mal über die Übung gestolpert, dass man das „muss“ durch „will“ ersetzen soll:

Ich muss will xy erledigen.
Ich muss will mich zusammenreißen.
Ich muss will disziplinierter sein.

Die Erklärungen liegen auf der Hand:

  • Freier Wille à la „ich muss gar nichts“, ich kann mich dafür entscheiden.
  • Eigene Verantwortung reinbringen: Wenn ich es nicht mache, trage ich die Konsequenzen.
  • Motivation erhöhen – immerhin „will“ ich es. Hurra!

Hört sich super an, allerdings sehe ich das mittlerweile sehr viel differenzierter:

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Entscheidungen auseinanderbrechen

Wenn ich Entscheidungscoachings mache, ist meine Hauptaufgabe das Auseinanderdröseln. Ich lasse mir erst mal schildern, worum es konkret geht: Spontan und unzensiert leeren meine Kunden ihren Kopf aus. Dann schaue ich, was Sache ist und formuliere die verschiedenen Aspekte, die es zu entscheiden gilt. So wird automatisch klar, wie die Entscheidungen gewichtet sind und vor allem, welche direkt voneinander abhängen.

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Hast du etwas im Genick, das du schon ewig mitziehst?

Es gibt manchmal so Dauergäste auf der To-Do-Liste. Die machen es sich da bequem und harren aus. Wochen, Monate, ja, sogar Jahre! Das kann natürlich auch ein Vorhaben sein, das noch im Irgendwann-Stadium ist und ständig hinten im Hirn sitzt.

Laufen tut es – je nach Qualität – unter „sollte“, „wollte“ oder „müsste“, doch umgesetzt hast du es bisher nie, weil irgendetwas daran nicht passt. Schau dir das mal genauer an, denn es kann sein, dass du schon sehr gerne willst. Genauso gibt es aber längst überholte oder einfach zu lästige Projekte, bei denen es besser ist, sie in die Tonne zu treten. Oder sie ganz bewusst auf Eis zu legen.

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Hätte ich bloß!

Diese Bereuengeschichte leuchtet mir nicht ein: Da hadern manche Menschen ewig mit einer Entscheidung …

„Wenn ich damals nur X gemacht oder Y gelassen hätte!“

Klar ist es verständlich, sich hin und wieder mal zu wünschen, dass es möglich ist, die Zeit zurückzudrehen. Oder sich nachträglich in den Arsch zu beißen.

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Ich sollte … das eigentlich weitermachen

Es gibt oft sehr gute Gründe, etwas fortzuführen. Zum Beispiel bin ich jetzt über zwanzig Jahre selbstständig. Wer mich schon länger kennt, weiß: Alle paar Jahre habe ich etwas komplett verändert. Das war beruflich bei mir schon immer so. Auch als Angestellte brauchte ich immer dann was Neues, wenn ich das Gefühl hatte, das habe ich jetzt lange genug gemacht, das wird mir zu sehr Routine.

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Solution Aversion – Abneigung gegen die Lösung

Was mich in Coachings manchmal ein wenig wahnsinnig gemacht hat: Da kommt jemand mit einem Problem, z. B.

  • „Mein Chef nutzt mich total aus, weil er weiß, dass ich alles zuverlässig mache. In letzter Zeit fordert er mehr und mehr. Außerdem redet irgendwie abfällig über mich. Das lass ich mir nicht länger gefallen!“
  • „Uäh! Ich mache mir so viel Arbeit mit Akquise, aber es kommt nichts dabei rum. Irgendwas mach ich falsch.“
  • „Ich brauche mehrere Tage für einen einzigen Blogtext! Erst fällt mir ewig kein Thema ein. Wenn ich anfange, werf ich zigmal um, schreibe neu – und erst das Überarbeiten!“

Wenn es dann dran ging, etwas anders zu machen, hieß es auf einmal: „Nein, ich muss nichts anders machen, es läuft ja gut, wie es bisher ist.“

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