Schlagwort: Psychologie

Tagesform

Ich habe eine Bekannte, die richtig wütend wird, wenn sie an einem Tag nicht so leistungsfähig ist, wie sonst. Das bezieht sich auf alles:

  • Wenn die Dinge nicht so mühelos laufen, wie „normal“.
  • Wenn sie eigentlich mehr schafft (oder sich heute mehr vorgenommen hatte).
  • Wenn sie beim Spazierengehen öfter stehenbleiben muss, als gestern.

Natürlich ist das durchaus menschlich. Die Enttäuschung, wenn das, was sonst viel müheloser klappt, auf einmal zäh ist. Die Tage, wo man abends noch lauter unerledigtes Zeug dastehen hat, das eigentlich gemacht gehört hätte. Oder eine uncharakteristische Müdigkeit, obwohl „man heute gar nicht so viel zu tun hatte“.

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Der Preis des Haderns

Gelegenheiten zum Hadern hat jeder mal. Selbst, wer nicht dazu neigt, kennt Momente, in denen das Hätte an einem nagt.

Problematisch wird es, wenn wir uns unablässig um eine Sache drehen, die wir bereuen oder die wir rückblickend glorifizieren.

Hätte ich dieses oder jenes gemacht, [ginge es mir besser, wäre ich erfolgreicher, glücklicher, wohlhabender, an dem und dem Punkt, hätte ich dies und das erreicht …].

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Ist der Widerwille ein Signal?

Ja, oft kommt man nicht in die Pötte, weil man etwas nicht mag, es zu schwierig empfindet, es nicht genug fordert …

Doch wenn du dich immer wieder zu etwas aufraffen – oder gar überwinden – musst, etwas partout nicht (mehr) leiden kannst oder es regelrecht hasst, dann ist das ein wichtiges Signal, das sich nur schlecht ignorieren lässt. Und das ist gut so!

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Balkongäste – von der Natur lernen

München ist prinzipiell recht grün, in meiner Nachbarschaft gibt es zwischen den dicht gebauten Mietsreihenhäusern viele kleine Schrebergärten. Mein Homeoffice ist unterm Dach. Seit vor drei, vier Jahren das erste Eichhörnchen über meinen Balkon gehüpft ist, geht es hier teilweise zu wie am Stachus.

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Emotion: begrenzte Kapazitäten

Ich komme glücklicherweise recht gut bisher durch das Corona-Jahr. Klar habe ich – wie fast alle – eine sehr unstete, streckenweise maue Auftragslage mitmachen müssen. Doch so von meiner Verfassung her, vom allgemeinen Drumherum und der Tatsache, dass ich die Maßnahmen mittrage, kann ich sagen, es geht mir den Umständen entsprechend gut.

Es gibt jedoch eine mögliche Bruchstelle, die ich trotz allem ausgemacht habe: Meine begrenzte Kapazität für weitere Probleme oder das, was in mir ungute Gefühle auslöst. Was meine ich damit?

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Solution Aversion – Abneigung gegen die Lösung

Was mich in Coachings manchmal ein wenig wahnsinnig gemacht hat: Da kommt jemand mit einem Problem, z. B.

  • „Mein Chef nutzt mich total aus, weil er weiß, dass ich alles zuverlässig mache. In letzter Zeit fordert er mehr und mehr. Außerdem redet irgendwie abfällig über mich. Das lass ich mir nicht länger gefallen!“
  • „Uäh! Ich mache mir so viel Arbeit mit Akquise, aber es kommt nichts dabei rum. Irgendwas mach ich falsch.“
  • „Ich brauche mehrere Tage für einen einzigen Blogtext! Erst fällt mir ewig kein Thema ein. Wenn ich anfange, werf ich zigmal um, schreibe neu – und erst das Überarbeiten!“

Wenn es dann dran ging, etwas anders zu machen, hieß es auf einmal: „Nein, ich muss nichts anders machen, es läuft ja gut, wie es bisher ist.“

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