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Tagesform

Ich habe eine Bekannte, die richtig wütend wird, wenn sie an einem Tag nicht so leistungsfähig ist, wie sonst. Das bezieht sich auf alles:

  • Wenn die Dinge nicht so mühelos laufen, wie „normal“.
  • Wenn sie eigentlich mehr schafft (oder sich heute mehr vorgenommen hatte).
  • Wenn sie beim Spazierengehen öfter stehenbleiben muss, als gestern.

Natürlich ist das durchaus menschlich. Die Enttäuschung, wenn das, was sonst viel müheloser klappt, auf einmal zäh ist. Die Tage, wo man abends noch lauter unerledigtes Zeug dastehen hat, das eigentlich gemacht gehört hätte. Oder eine uncharakteristische Müdigkeit, obwohl „man heute gar nicht so viel zu tun hatte“.

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Muss das „muss“ sein?

Mit Anfang 20 bin ich zum ersten Mal über die Übung gestolpert, dass man das „muss“ durch „will“ ersetzen soll:

Ich muss will xy erledigen.
Ich muss will mich zusammenreißen.
Ich muss will disziplinierter sein.

Die Erklärungen liegen auf der Hand:

  • Freier Wille à la „ich muss gar nichts“, ich kann mich dafür entscheiden.
  • Eigene Verantwortung reinbringen: Wenn ich es nicht mache, trage ich die Konsequenzen.
  • Motivation erhöhen – immerhin „will“ ich es. Hurra!

Hört sich super an, allerdings sehe ich das mittlerweile sehr viel differenzierter:

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Solution Aversion – Abneigung gegen die Lösung

Was mich in Coachings manchmal ein wenig wahnsinnig gemacht hat: Da kommt jemand mit einem Problem, z. B.

  • „Mein Chef nutzt mich total aus, weil er weiß, dass ich alles zuverlässig mache. In letzter Zeit fordert er mehr und mehr. Außerdem redet irgendwie abfällig über mich. Das lass ich mir nicht länger gefallen!“
  • „Uäh! Ich mache mir so viel Arbeit mit Akquise, aber es kommt nichts dabei rum. Irgendwas mach ich falsch.“
  • „Ich brauche mehrere Tage für einen einzigen Blogtext! Erst fällt mir ewig kein Thema ein. Wenn ich anfange, werf ich zigmal um, schreibe neu – und erst das Überarbeiten!“

Wenn es dann dran ging, etwas anders zu machen, hieß es auf einmal: „Nein, ich muss nichts anders machen, es läuft ja gut, wie es bisher ist.“

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Ich könnte hinfallen!

Visualisieren konnte ich noch nie. Dieses Vor-dem-geistigen-Auge ausmalen, wie etwas sein wird. Eine frühere Kollegin, die aus dem angestellten Büroalltag ausgestiegen war und eine Ausbildung zur Akupunkturistin angefangen hatte, hat mir mal erzählt, dass sie sich bereits in ihrer eigenen Praxis sehen konnte, wie sie einen weißen Kittel trägt und behandelt. Das hat sie wahnsinnig motiviert. Ein Fixstern.

Ich sehe vor meinem geistigen Auge … nichts. Zumindest nicht, wenn es um die kleinen und großen Ziele geht, die ich habe.

Was ich hingegen richtig gut sehe, praktisch in cinematischer Qualität, sind die verschiedenen Möglichkeiten, wie es mich spektakulär vom Skateboard oder Einrad hauen könnte. Damit bin ich nicht alleine. Oft sind wir ganz großartig darin, uns auszumalen, was alles schiefgehen kann. Ganz unabhängig, worum es geht.

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Sich helfen, erfolgreich zu sein

Als wir klein waren, gingen meine Eltern einmal die Woche zum Einkaufen. Es gab stets einen Vorrat an Süßigkeiten für mich und meinen drei Jahre älteren Bruder. Ein Beutel Mini-Mars und sowas – insgesamt ein reichliches Häufchen Schokolade kam ins Barfach unserer Schrankwand [haha, wie damals alle Schrankwände diese Barfächer hatten!]. Da durften wir uns jederzeit bedienen.

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Nur 10 Minuten

Den Tipp, einfach mal „nur eine Viertelstunde“ zu machen, haben wir vermutlich alle schon oft gehört. Die Zeitspanne variiert, manchmal geht es um fünf Minuten, mal um zehn … doch das Ziel dahinter ist in der Regel: Komm ins Tun! Vermutlich wirst du dann automatisch länger machen, weil du eh schon dabei bist oder plötzlich Lust bekommst.

Vorgestern habe ich ein Video von wheezy waiter angeschaut, der übrigens eine Menge Selbst-Tests macht à la „1 Monat kein Zucker“, „Tagebuchschreiben“, „1 Monat täglich 10.000 Schritte“, und und und. Er macht extrem unterhaltsame Videos! Vor allem die Gastauftritte seiner Eltern sind zum Piepen.

Jedenfalls hat er die 10-Minuten-Regel aufgegriffen, jedoch …

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Nähe und Distanz

Es gibt ja Leute, die ständig Menschen oder gar Trubel um sich brauchen. Und es gibt die anderen, die generell lieber mit sich sind oder vor sich hin werkeln. Wenn ich mir mein Berufsleben so anschaue, gab es bei mir immer Phasen.

Als Angestellte hatte ich darauf nicht zu 100 % Einfluss, doch natürlich gibt es in jedem Aufgabenbereich die Möglichkeit, aktiv zu steuern, wie sich der Kontakt zu anderen und Freiräume verlagern. Das bedeutet natürlich, in eigener Sache aktiv zu werden. Dazu gibt es viel zu sagen, Stoff für spätere Blogbeiträge.

In der Selbstständigkeit habe ich seit jeher darauf geachtet, was ich in dieser Beziehung will – oder gerade nicht mehr möchte:

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Schwarzsehen

Sollte man nicht so viel schwarzsehen, wenns ein Problem gibt?

Die einen halten Schwarzseherei für total negativ: Das zieht mich runter. Das bringt nichts. Andere sind stolz auf ihre Fähigkeiten, überall als erstes Probleme, Hürden und Fallstricke zu sehen. Und wieder andere schützen sich damit: Wenn meine Erwartungen negativ sind, kann mich nichts enttäuschen. Im Gegenteil – es kann nur besser werden!

Wie so oft stimmt irgendwie alles. Welche Denk-Tendenzen hast du, wenns ums Schwarzsehen geht?

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