Twin Hooping

Zwei Hoops gleichzeitig haben mich von vornherein fasziniert. Darum habe ich mir relativ schnell nach meinem allerersten Reifen zwei kleinere gekauft und immer wieder mal damit geübt.

Ich lege ja großen Wert darauf, dass die Basics sitzen. Dann gelingen nämlich etwas später auch komplexere Bewegungen viel schneller.

Natürlich ist das Hirn enorm gefordert, besonders wenn die rechte und linke Hand komplett andere Bewegungen machen soll.

Da ich oft phasenweise etwas Bestimmtes lerne – und anderes deshalb eine Weile etwas vernachlässige, übe ich mit zwei Reifen gleichzeitig nicht kontinuierlich. Das Gute ist, dass auch das Üben mit einem Reifen mir für das Handling von zweien nützt – und umgekehrt. Ich poste immer wieder zwischendurch, wie es an der Twin-Hooping-Front aktuell aussieht:

Immer auf beiden Seiten!

Zum Glück habe ich schon in meinen Zwanzigern gelernt, alles auf beiden Seiten zu üben: Damals habe ich angefangen, in Aerobic-Stunden zu gehen. Jede Schrittkombination wurde nach beiden Seiten gemacht. Dazu kam häufig ein Richtungswechsel.

Fast alle hassten das. 🙂 Klar: Es fällt sehr viel schwerer, etwas auf der schwächeren Seite zu machen. Die Koordination funktioniert oft nicht richtig. Und wenn die Orientierung nach vorne in den Spiegel oder auf den Trainer fehlt, ist das komplett verwirrend. Ich erinnere mich seitdem an den guten Rat einer Trainerin: Merk dir die Bewegung, nicht die Richtung! – So banal, und gleichzeitig so effektiv. Alleine das Besinnen auf den Bewegungsablauf bei Desorientierung bringt das Hirn auf Spur.

„Reverse“

Bei allen Bewegungen entsteht ein schöner Effekt, wenn man sie direkt anschließend rückgängig macht, ob mit Stab, Reifen, Hut oder einfach nur beim Tanzen. Es macht außerdem vielseitiger, weil es nicht nur die Fähigkeiten erweitert, sondern auch das Repertoire.

Manchmal bedeutet es, dass sich alles etwas verändert. Das hier ist zum Beispiel „thread the needle“ und „reverse thread the needle“. Beim Umkehren ist das Prinzip zwar dasselbe, es sieht ähnlich aus, jedoch sind die Griffe und Abläufe komplett verschieden:

Klar profitiere ich davon, dass ich es nach vorne schon gut kann. Gleichzeitig ist genau das ein bisserl ein Hemmschuh. Denn das Hirn glaubt zu wissen, was es zu tun hat und will tun, was es gewöhnt ist.

Rechts und links

Als Rechtshänderin bin ich bei vielen Bewegungen rechts besser, doch nicht immer. Die Feinmotorik etwa, also wenn es beispielsweise darum geht, einen Stab oder Hoop schnell um die Finger zu drehen, geht manchmal links besser. Zwar habe ich rechts etwas mehr Kontrolle, doch die Finger der linken Hand sind flinker und beweglicher. Ich glaube, dafür ist die Computerarbeit verantwortlich: Immerhin arbeite ich seit über 30 Jahren mit der Maus und das hat teilweise meine Bewegungsvielfalt eingeschränkt, wenn ich mir so überlege, wie verhältnismäßig „leblos“ ich die rechte Hand täglich stundenlang auf der Maus liegen habe.

Bei den Beinen ist es verschieden, da wechselt, welche Seite ich favorisiere – je nachdem, was gerade verlangt wird. Beine sind generell so eine Sache, besonders beim Einradfahren fällt es mir sehr schwer, die Seiten zu wechseln, etwa beim Aufsteigen – weil mir mit den Beinen sehr viel mehr Kontrolle fehlt … und der feste Boden unter den Füßen. 🙂

Grundsätzlich achte ich, wie gesagt, immer darauf, alles auf beiden Seiten zu machen. Unter anderem aus gesundheitlichen Gründen. Vor allem aber, weil es deutlich vielseitiger macht, wenn rechts und links trainiert ist. Das braucht eine größere Portion Geduld, gerade wenn die eine Seite deutlich besser ist und man da etwas schon super kann.

Der Schlüssel zum Können ist die Wiederholung

Alle Leute, die etwas besonders gut, flüssig und locker beherrschen, machen es wieder und wieder und wieder. – Unterschätz die kleinen Schritte nicht!

Darum gefallen mir die Videos auf youtube und Instagram besonders gut, die genau das zeigen. Und weil es mich motiviert, die Fortschritte zu sehen – bei anderen und bei mir selbst – poste ich selbst auch nie nur das, was ich bereits perfekt kann.

Neben dem Wiederholen eines einzelnen Tricks ist es besonders wichtig, Kombinationen zu drillen – und immer wieder mal neu zusammenzusetzen, damit sich das Gehirn nicht an einer bestimmten Abfolge festbeißt. Zum Beispiel: