Vom HÄTTE zum HABE! (2)

Gelegentlich schießt einem ein HÄTTE ICH in den Kopf.

Hätte ich xy … 

… gelernt
… weitergemacht
… ausprobiert
… zugesagt

… nicht gesagt
… nicht getan [etwas aufgehört, mich soundso verhalten …]

Manchmal scheinen das für immer verpasste Gelegenheiten zu sein, z. B.

  • „Wenn ich mit Zwanzig angefangen hätte, regelmäßig zu sparen, hätte ich heute ein schönes Polster.“
  • „Wenn ich nicht aufgehört hätte, diese Sprache/jenes Musik- Instrument/diesen Sport auszuüben, [wäre ich heute richtig gut/könnte ich mich damit bewerben/wäre ich beweglicher].“
  • „Wenn ich damals diesen Job/jenes Projekt angenommen hätte, würde ich mich heute mit xy leichter tun.“

Es geht mir nicht um große, lebensverändernde Kaliber, sondern um die typischen Hätte-ich-Gedanken, die einem immer mal im Vorbeigehen unterkommen. Wo man merkt „Hmpf, da könnte ich gerade davon profitieren“ oder wo sich das Hätt-ich-doch manchmal ein wenig wie eine Ausrede anfühlt, dass man etwas nicht mehr anpacken oder tun kann.

Dann gibt es die Dinge, wo man etwas bereut oder gerne wiedergutmachen würde:

  • Man wird nostalgisch. Es fällt einem etwas aus der Vergangenheit ein, wo man glücklicher/unbeschwerter/ausgeglichener/… war, etwas das einem gute Gefühle beschert hat. Eine Person, wo irgendwann der Kontakt verloren gegangen ist, eine Wohnsituation, ein Lieblingsmöbelstück, eine bestimmte Zeit-für-mich-Sache, die irgendwann nicht mehr ging, weil [Grund einfügen]
  • Die Reue oder ein schlechtes Gewissen meldet sich. Man hat jemandem Unrecht getan, sich schäbig verhalten oder wen verletzt (was manchmal unabsichtlich geschieht). Das kann etwas sein, das total lange her ist, aber es kommt einem doch immer wieder mal in den Sinn und man würde es gerne wiedergutmachen. Sich beispielsweise entschuldigen oder sonst auf jemanden zugehen. Es kann auch etwas sein, das niemand weiß. Vielleicht hast du als Kind mal etwas gestohlen oder warst gemein zu einem Tier und würdest es gerne auf irgendeine Weise wiedergutmachen.
  • Mitunter gibt es aktuelle Dinge, an die man zwar immer mal denkt, es aber nicht tut. Vielleicht nutzt du seit Jahren ein kostenfreies Plugin für dein Blog und denkst immer mal „das ist super, dem Programmierer sollte ich mal was spenden“, tust es aber nie. Oder du freust dich immer wieder mal, was du an einer bestimmten Person hast, hast ihr das dennoch noch nie so richtig gesagt oder dich bedankt. Oder du wolltest dich eigentlich schon immer mal für einen bestimmten Zweck engagieren, und jetzt sind schon wieder x Jahre ins Land gezogen.

Achte auf diese „Hätte-ichs“!

Vielleicht sind dir gerade schon ein, zwei davon eingefallen. Meistens kommt so ein Gedanke zwischendurch mal auf. Hör mal genauer hin, denn vieles lässt sich wunderbar im Hier und Jetzt realisieren. Bei den länger zurückliegenden geht es nicht immer 1:1, weil Zeitreisen nun mal nicht möglich sind. Doch was hindert dich, mit einer Fähigkeit oder einer neuen Gewohnheit jetzt anzufangen? Oder diese eine Geste, diesen einen Schritt auf jemanden zuzumachen?

Es ist wirklich nicht nötig, jedes „Hätt ich doch“ zu einem „Ich habe“ zu machen, doch neben den Vorteilen, die du daraus ziehst, ist es ein großartiges Gefühl, aktiv zu werden, statt den Gedanken wieder mal einfach vorbeiziehen zu lassen.