müsste

Wollen statt müssen?

Es gibt ja diesen Tipp, das Wort MÜSSEN generell durch WOLLEN zu ersetzen:

Ich muss noch die Wohnung putzen.
Ich will noch die Wohnung putzen.

Das ist prinzipiell eine nette Idee, wenn es hilft. Und streng genommen stimmt es ja: Müssen tut man fast nichts – sofern man bereit ist, die Konsequenzen zu tragen.

Nun ticken wir alle verschieden, und für einige ist das sicherlich ein sehr wirksames Werkzeug. Worte haben nun mal eine Wirkung, und wer partout nix müssen mag und hinter dem „Ich will“ die eigene Entscheidung spürt, der hat eine wirksame Schraube entdeckt, mit der sich das Gefühl dazu verändert.

Mir selbst hat dieser Tipp noch nie geholfen. Um bei der zu putzenden Wohnung zu bleiben: Die will ich nie putzen! Bläh!

Aufmerksamer sein in der Wortwahl

Denke ich intensiver drüber nach, dann gibts natürlich durchaus Fälle, wo es stimmt: Wo ich eigentlich was will und nicht muss. Wo das Wort müssen sich einfach gewohnheitsmäßig einschleicht.

Genau, wie wenn man zu allem sagt „das ärgert mich“ oder „ich bin so gestresst“, obwohl es nicht in jedem Fall tatsächlich so ist. Insofern ist der Tipp, zu überprüfen, ob ich da jetzt WILL oder MUSS schon nicht schlecht und kann sicher immer mal etwas entzerren.

Wenn das Muss zum Lachen bringt

Bei mir funktioniert es übrigens besser, wenn ich das Müssen überdrehe. Wie so ein kleines Kind, das sich beschwert „Immer muss ich …!“

  • Immer muss ich die Wohnung putzen!
  • Immer muss ich Smalltalk machen!
  • Immer muss ich erst zum Bäcker gehen, wenn ich ein Croissant will!

Damit amüsiere ich mich, und das nimmt mir immer Spannung raus. Wie gesagt: Wir ticken verschieden. Immer müssen wir rausfinden, was für uns funktioniert!